Wir müssen reden…

…ja ich weiß, du willst nicht. Aber wir müssen. Unbedingt sogar.

Du – ja Du – gehst mit nämlich auf ziemlich unerhörter Weise auf die, ohnehin schon gespannten, Nerven. Oft sind es kleine Dinge, wie das penetrante und dämliche Rechtsstehen auf Rolltreppen, oder das weinerliche Gejammer, wenn mal etwas sind so funktioniert, wie Du es gerne hättest.

Dabei bist Du kein Kind mehr und hast längst das Privileg, Dich mit Inbrunst schreiend gen Boden zu werfen, verloren. Oder: Dich mit beleidigter Mine mitten in den Raum zu stellen und Deine plötzliche Unzufriedenendheit unfröhlich Overzuacten, gehört ebenfalls zum längst verlorenen Privileg, ein ausgesprochen unverschämtes Arschloch zu sein. Dreijährige dürfen das. Wir müssen sie trotzdem lieb haben. Das gilt nicht für Dich.

Gibt es denn irgendeinen Grund, der Dich zwingt, Dich vor die Tür eines eingefahrenen ICE zu stellen und dann beharrlich dort stehen zu bleiben, als sei es ein total absurder Gedanke, dass andere eben diesen Zug verlassen wollen? Ist es Zuviel verlangt, auf ein „Hallo“ einer Supermarktkassiererin ebenfalls mit einem „Hallo“ zu antworten? Und tut es Dir denn so unendlich weh, die Wörter „Bitte“ und „Danke“ wieder in den aktiven Sprachschatz aufzunehmen? Und ist es so unfassbar für Dich, dass wir in einer komplexen Welt leben, deren Probleme nicht mit einfachen Phrasen zu lösen sind?

Mit Verlaub: Du bist ein Arschloch! Ich wollte das nur mal loswerden.