Humor ist, wenn man trotzdem lacht!

Könnte man meinen. Hat RTL die Finger im Spiel, könnte es auch „Humor ist, wenn keiner lacht“ heißen. Denn nur so, oder mit einer zweifelhaften Antidepressiva-Dosierung für die Programmplaner, ist es zu erklären, wie RTL auf die flapsige Idee kommt, dass derbe gestakste Dialoge, die den Humoreffekt von Hausstaub besitzen, von Protagonisten in die Mikrophone gelesen werden, die selbst in Ihren Hauptberuf „Stand-Up-Comedian“ allenfalls mäßig witzig sind, supi lustig sein soll.

Und nein, ich rede nicht von „Sieben-Tage-und-sieben-dämliche-Gesichtsunfälle-deren-Gags-wirken-wie-Schimmel-schmeckt“, nein, nein. Ich rede von der „RTL Comedy Woche“. Der Inhalt ist allerdings weitestgehend deckungsgleich. Eventuell sogar noch schlechter.

Lange Rede, gar kein Sinn: Hat man wertvolle Lebenssekunden, mit der Erfüllung der furchtbar guten Idee unbedingt diese Sendung sehen zu wollen, verschwendet, und schaltet – von Abscheu und panikhafter Verzweiflung getrieben – beispielsweise zum zweiten Kanal, sieht dann die beiden spontanen Spaßkanonen Gundula Gause und Klaus Kleber, während sie ein Feuerwerk an cleveren Sprüchen und witzigen Dialogen abbrennen, um Ihr Journal schlußendlich abzumoderien, dann könnte man sich Kringeln vor lachen. Der humorlosen Wachkomahölle gerade noch entronnen.

Da hat man es mal wieder: Wird einem das TV-Programm zu blöde, muss man nur den an RTL verschwendeten Programmplatz ansteuern. Davon beeindruckt wirkt alles andere plötzlich um längen besser.