Sinnvolle Automaten!

Es gibt Überraschungen, damit rechnet man nicht. Niemals. Die Überraschungen an sich sind dabei vielschichtig und stets eine erneute Quelle der Freude. So stand ich kürzlich im, doch arg verschmutzten, U-Bahnhof meiner Lieblingsstadt und trank meinen morgendlichen aufwach Kaffee meiner Lieblingsrösterei. Als ich mich innerlich entrüstete, wie ekelig verschmiert denn der Selekta-Automat vor mir aussehen würde, sprang mir dieser Hinweis mitten ins verblüffte, und damit leicht dämliche, Gesicht:

Mal abgesehen von der himmelschreienden Frechheit einen Schwangerschaftsschnelltest „maybe baby“ zu nennen, dachte ich zu aller erst daran, ob ich mir – auch nur entfernt – eine Situation vorstellen könnte, in der es möglich ist, das jemand dieses Angebot tatsächlich nutzt. Das es sozusagen exakt dafür einen Bedarf gibt. Und wenn ja, wie darf ich mir das vorstellen? Ist die potentiell Gebärende gerade auf den Weg zur Arbeit, holt sich einen Schokoriegel und dann „Hey…toll…ein Schwangerschaftstest…kann ja nicht schaden. Kauf ich!“? Oder bleibt heutzutage keine Zeit mehr zwischen „Mmmmh..bin ich schwanger?“ und „Ich bin schwanger!“, und muss daher sofort, egal zu welcher Uhrzeit, getestet werden? Eventuell vertraut man auch der hiesigen Apotheke nicht mehr…who knows? Ich werd’s wohl nie erfahren.

Besonders witzig, liebe Fortpflanzungsspezialisten vom Selekta-Automatenausrüster, ist die Platzierung des Tests im Automaten selbst: ironischerweise liegt der Test neben der einzig verfügbaren Sorte Kondome. Wenn das nicht ein Service für jede Lebenslage ist, dann weiß ich es auch nicht mehr.

Der Test kostet übrigens 8 Euro, ist damit übrigens doppelt so teuer wie die benachbarten Kondome, und die eventuell erhoffte Diskretion ist ebenfalls futsch, wenn man sich den Test genau dann gönnen will, wenn ich mit meinem Smartphone daneben stehe.