Wenn nur noch Batman helfen kann.

Man könnte sich echauffieren. Dan ganzen Tag. Über alte, junge, dicke und dünne. Man könnte, während man zetert, dabei erbrechend das Quellobjekt der Unvernuft, der Bräsigkeit, und oder banalen, mächtig saudummen, Hirnrissigkeit schütteln. Den ganzen lieben langen Tag lang. Gerne auch aus nichtigem Anlass.

Dann taucht wieder ein Irrer auf, und meint es sei eine gute Idee andere Menschen, aus welchen Gründen auch immer, abzuschlachten. Dieses mal tauchte der Irre in Norwegen auf. Die Welt hält kurz inne, bemerkt beiläufig das einer Frau Winehouse das Leben entfläuchte, und dreht sich leicht irritiert weiter. Allerdings nicht ohne sich zu fragen, was man denn jetzt damit machen soll. Mit dieser verschrobenen Realität.

Selbstverständlich wird von pfiffigen Kommentatoren einiger öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendungen, lässigst jovial, unfreiwillig – aber deshalb nicht minder behämmert – darauf hingewiesen das Computerspiele, in welchen „auf Aliens geschossen“ wird, ein prima Einstieg sein können um so eine Situation, wie die norwegische nämlich, zu kommentieren. Das man dabei ebenfalls würgt, und – notfalls irgendwen – schütteln möchte, ist nur normal, und keinesfalls ein Zeichen gesteigerter Aggressivität. Hoffe ich.

Herr Uhl, seines Zeichens der innenpolitische Sprecher der Union und wahnsinnig gerne „näher am Menschen“, ist allerdings ein Kandidat, der schon morgens ganz speziell eine kräftige und ausgiebige Schüttelung verdient hätte. Für Herrn Uhl ist es, anlässlich des norwegischen Blutbades, natürlich vollständig klar, daß „diese Tat in Wahrheit im Internet geboren“ wurde und das eben dort, im Internet, „große Straftaten permanent“ stattfinden. Außerdem, so Uhl weiter, müsste der „ideologischen Aufrüstung, im Internet, unter Extremisten“ irgendwie Einhalt geboten werden. Faselt dann weiter etwas von „Nürnberg 2.0“, was man merkwürdig finden könnte, und zetert fort, daß das Internet dringend „überwacht“ werden muss. Wie ein überwachtes Internet, derartige Gestalten, wie diesen rechtsradikalen Norweger, davon abhalten soll ein Blutbad anzurichten, wo er sich doch gerade erst eine Waffe zugelegt, und seine Schußtechnik im hiesigen Schützenverein perfektioniert hat, sagt uns Herr Uhl freilich nicht. Wie immer.

DRadio: Interview mit Dr. Hans-Peter Uhl

Der Herr Doktor, der immer wieder mal für gute Ideen die ranzige Rübe hinhält, könnte sich gut und gerne mit der brillianten Polizeigewerkschaft – beispielweise beim Bier im Schützenvereinsheim – zusammentun und das Internet direkt zerstören, oder die finale Zerstörung planen. Zu mindestens aber die „Cyber Cops“ rufen, oder: Batman. Genau:

Batman.