Liebe Ausbeuter,

eigentlich habt Ihr ja alles richtig gemacht. Ihr werdet reicher und reicher. Dabei nutzt Ihr wahlweise die Dummheit oder die Not der Menschen aus, die mit Euch irgendwie ins Geschäft kommen wollen, bzw. müssen. Letzteres ist für Eure Opfer recht fies, da der eine oder andere dieser Gesellschaft kein Doktor der Raketenwissenschaft ist und daher dazu neigt auch den fiesesten Job anzunehmen. Ihr hingegen, als das Geschmeiß unserer sozialen Marktwirtschaft, lebt auf das vorzüglichste hinter dem abstrakten Gebilde Eures Konzerns. Dabei seit Ihr es, die Menschen, die bewußt andere Menschen ausbeuten. Ganz skrupellos. Ohne jede erkennbare Scheu.

Nehmen wir Euch zum Beispiel, liebe Edeka-Bosse. Ihr erwirtschaftet overall circa 43 Millarden Euro per Anno bei 300.000 Beschäftigten. Fette Beute. Respekt. Aber irgendwie scheint Euch das nicht zu reichen, irgendwie ist Eure Gier nach Profitmaximierung noch nicht befriedigt. Und wo, meine lieben Ekelpakete, könnte man besser Gelder einsparen, wenn nicht am Mitarbeiter selbst? Klaro. Dabei nutzt Ihr ein einfaches wie liederliches Konzept, angewandt innerhalb Eurer Tochterfirma „Netto“: Terror ersetzt den Wunsch nach hohen Löhnen. Denn wer mehr damit beschäftigt ist, den konzerninternen Angriffen aus den Weg zu gehen, der geht auch nicht selbstbewußt zum Chef und fordert bessere Bedingungen für sich ein. Das weiß auch Euer 60 Milliarden schwerer Konkurrent Lidl/Kaufhof. Der offenbar ebensowenig zuckt, wenn es um die Durchsetzung des oben genannten Prinzips geht. Wachstum, Ihr Nasen, ist anscheinend wertvoller, als die die ihn überhaupt erst generieren. Die Menschen. Eure Mitarbeiter.

Ihr hört ja nicht auf. Euch ist keine Branche zu schade. Repressalien, im großem Stil, gegenüber den eigenen Mitarbeitern ist weiter verbreitet, als man allgemein hin so denken möchte: Schlecker, Warwick und AWD sind nur einige Beispiele. Teilweise gibt es sogar Vereine, in welchen sich betroffene und ehemalige Mitarbeiter organisieren.

Sowohl bei „Warwick“, wie auch beim AWD, ist auffällig, wie nahe die Chefs der Konzerne an der Elite unserer Politikerkaste sind. Eventuell sind es auch nur unsere Politiker die nicht tief genug in das Wesen der Wirtschaft eintauchen können und so wirken als seien sie allesamt Prostituierte die, egal wie ekelhaft der Freier auch ist, mittlerweile ohne jede Scham und mit einer gewissen Geilheit ihren Job nachgehen. Diese fragwürdige Entwicklung der Politik ist nicht neu, allerdings schreitet sie immer schneller voran. Vom Staatsdiener bis zur lüsternen alten, mit Treponema pallidum verseuchten, Hure. Wohin soll uns das noch führen?

So pervertiert ist unsere Gesellschaft mittlerweile. Beispielsweise: Banken zocken mit extrem hohem Risiko, und die Kassiererin die bei Netto arbeitet, und dafür gedemütigt und ausgenutzt wird, muss dann für die Verluste geradestehen. Wir nehmen das hin. Was sollen wir auch tun? Kein Girokonto mehr führen? Absurd! Keinen Discounter mehr aufsuchen? Für viele schlichtweg nicht machbar! Nicht mehr wählen gehen? Keine Option!

Ihr, liebe Ausbeuter, habt uns im Griff. Ihr habt in den letzten 65 Jahren dieser Republik mit einer gewissen Cleverness neue Standards geschaffen, die moralische und ethische Bedenken weit hinter sich lassen. Wir Ausgebeuteten können nicht viel tun. Aber wir merken uns das eine oder andere, und eventuell manifestiert sich das in der einen oder anderen Kaufentscheidung. Nicht viel, aber dafür:

Versprochen.