Erkenntniszuwachsphobie

Heute, während der Autor dieser plumpen Zeilen, sein Mal bei McDonalds einnahm, natürlich nicht ohne sich dafür gebührend zu schämen, erstach ihn die Erkenntnis von hinten in die Brust, in dem sie sein löchriges, von fragwürdiger Moral geprägtes und hinreißend träges Bewußtsein klarmachte, das die hübsche Frau am Nebentisch non-verbalen Kontakt suchte.

Natürlich wurde sofort der Faktor des eigenen Burger-Zu-Gesicht-Zustands geprüft. Das ist jener Faktor, der aussagt ob die Menge an Saucen-Schmiere im Gesicht mit der Schwierigkeit des zu speisenden Burgers und/oder Wraps korreliert. Viel Sülze im Gesicht und ein McRib in der Hand ist demnach okay, während ein schnöder Hamburger und ein total beschmiertes Gesicht ätzend ist. Überhaupt nichts im Gesicht, aber trotzdem einen angenagten McRib in der Hand, ist ein Gottesgeschenk. Kurz gesagt: Dieser Autor prüfte seinen Faktor und war ein kleines bisschen stolz auf sich. Das non-verbale herum Geschreie konnte also nicht davon abhängen, das der Autor sich gerade, auf das peinlichste, vollschmierte.

Daher: Amore-Flirt-Alarm. Aber, für alle Freunde des geregelten Lebens: Es gibt genau zwei Regeln zu denen dieser Autor eine stringente Null-Toleranz-Politik fährt:

§1 Er wird auf der Toilette nicht angequatscht.

(1) Das gilt für jede Art des Geschäfts.
(2) Das gilt für jede Art des Geschlechts.
(3) Das Thema ist ebenfalls egal.
(4) Niemand ist die Ausnahme.

§2 Entweder man isst, oder man quatscht. Eine Vermischung beider Aktivitäten führt zu nichts und lenkt fatal entweder von dem einen oder vom anderen ab. Beides ist total unerwünscht.

(1) Daher ist auf Gelaber mit vollem Mund zu vermeiden.
(2) Stelle keine Fragen, die nicht mit Kopfnicken, oder -schütteln, zu beantworten sind.
(3) Sag am besten gar nichts.
(4) Non-verbales Ersatzgelaber ist quatschen und daher gilt 3.

Die, oben erwähnte Dame, hat also auf das vortrefflichste gegen §2 Abs. 4 verstoßen. Gemeinerweise schien ihr das nichts auszumachen. Es reichte, und darum wurde das letzte Viertel des, mit Anstand und Würde gegessenen, Burges demonstrativ in die Schale zurück drapiert. Wer derartig sorglos und infantil allgemeingültige Grenzen überschreitet, sollte jetzt etwas zu hören bekommen. Mittendrin im Racheplan, der mit „fies gucken“ beginnen und mit einer grandiosen Wutbrandrede, gefolgt von einen entrüsteten Bühnenabgang, enden sollte, hört dieser Autor hinter sich zwei andere Mädels, welche sofort an ihm vorbei ein völlig überladenes Tablet jonglierten und am Tisch eben jener Dame platz nahmen. Natürlich nicht ohne sich ausgiebig dafür zu begeistern das diese olle Zippe ihnen den Platz freigehalten hat und das sie, ob der riesigen Entfernung, ihre Bestellung genau verstanden hätten.

Dieser Autor meint, die Erkenntnis noch bis tief in den Abend hinein laut lachen gehört zu haben. Well played.