Was unsere Kunden machen, ist uns egal.

Aber mal so richtig „Schnurz-Piep-Egal“. So, und so ähnlich, erklärt der amerikanisch-türkische Internet-Hoster „mediaon.com“ seinen deutschsprachigen Interessenten sein Desinteresse am Detail des Treibens seiner Kunden. Begrüßt mit einem laxen „Hallo Deutschland!“ wird man eingeladen, seine Domains und Server samt Inhalt nun dort hosten zu lassen. Inklusive Briefkastenfirmaservice. So scheint es. Ein Impressum, wenn auch mit Adressen in der Türkei, welche man nie im Leben selbst gesehen hat, wird allerdings empfohlen. Wie soll sonst der Kunde der Webseite Kontakt aufnehmen? Ha…pfiffig. Stimmt ja.

„[…]Wir bieten 3 Adressen in der Türkei an und Sie können diese Adressen verwenden […] Lassen Sie sich Briefe an ihre neue Adresse schicken […] Ein Impressum benötigen Sie bei uns nicht [..] daher können Sie unsere 3 Anschriften aus dem Virtual Office Angebot kostenlos auch ins Impressum stellen und ihre Briefe bequem im Kundenbereich einsehen.“

Weiter nimmt man die Sorge vor irgendwelchen Abmahnungen, die gibt es in der Türkei nämlich gar nicht erst. Wie nützlich. Allerdings kann man dort nicht alles Hosten lassen. Was ja sehr löblich ist. Hier und da gibt es Grenzen, wo diese Grenzen gezogen werden, kann der Interessent unter dieser Adresse einsehen: „http://mediaon.com/Allowed-or-Forbidden“. Das ganze wirkt natürlich leicht witzig in Verbindung mit dem, im Titel verwendeten, Satz „Was unsere Kunden machen, ist uns egal“ welcher just wenige Zeilen über diese ominöse Liste, bzw. deren Verlinkung, zu finden ist.

Warum nur, erzählt dieser Autor das alles? BSE? Endwirr?

Nun, durch den ehrenwerten Leser MB wurde der Autor dieser Zeilen auf folgende URL, mit den Hinweis das von dort Tonnen von Spam stammen und man durchaus dazu einige Zeilen verfassen könnte, aufmerksam gemacht: http://www.bookofratricks.de/

Was hier natürlich jedem sofort auffällt, ist das dies eine der vielen berühmten Internetfallen ist. Im speziellen wird man davon gelockt, Online-Kasinos per manipulierter Software risikofrei über das Ohr schlagen zu können. Angeblich legal, was den Ohren aber wohl egal sein dürfte. Was man aber eigentlich macht, ist irgend einen Scheiß auf seinen Rechner installieren zu lassen. Welcher Schaden dabei eintritt ist denkbar unklar. Oder Anders: Man kennt den Umfang und das letztendliche Ziel der „Falle“ nicht. Vermutlich weiß das der arme Hongkong-Chinese, auf dessen Namen und Adresse die de-Seite beim oben erwähnten Hoster gehostet wird, auch nicht: „Was unsere Kunden machen, ist uns egal.“ Davon ab ist es auch ziemlich humoresk das ein sanfter Rechtsklick, auf das mit „Gerhard Frommel“ untertitelte Gesicht, zu der Erkenntnis führt, daß eben jenes bebrillte Köpfle zu einer Datei gehört, welche sich selbst lieber „thomasfroemmel.jpg“ genannt wissen will. Wer weiß schon warum? Ein Rätsel. „Gerhard Frommel“ ist laut Wikipedia übrigens ein bereits verstorbener Komponist aus Karlsruhe. Nur nebenbei. Quasi als unnütze Nebeninformation.

Lange Rede, gar kein Sinn: Fallt auf so einen Murks bitte nicht rein, Freunde. Lest es Euch aber gerne mal durch und recherchiert ein wenig. Hier und da kommt man schonmal ins Schmunzeln. Und das ist ja alle Ehren wert.

Fragt sich, warum Wikileaks nicht bei mediaon.com seine Webseite hostet: Dieser Autor.