Sänk you for your trävelling!

Die Deutsche Bahn ist ja ein viel kritisiertes, unbewegliches und – eventuell folgerichtig – ein halbstaatliches Unternehmen. Ab und an hat dieser Autor das Vergnügen mit der Bahn per ICE vom schönen Ruhrgebiet aus, via Berlin, nach Potsdam zu gurken überlichtschnell zu Fahren. Bei einer mehrstündigen Fahrt, natürlich im Bistro bei Kaffee und Kuchen, schießen einen unter anderem die blödesten Ideen, die fiesesten Fragen und die peinlichsten Flashbacks in den vermaledeiten Strohkopf. Es viel u.a. auf…

  • … daß die Deutschen offenbar Fans von gammeligen Bretterbuden sind. Überall stehen diese Dinger herum. Von Dortmund, über Bielefeld, Hannover, bis Berlin. Zwischen Hannover und Berlin fährt man, u.a., auch an Stationen vorbei die man ebenfalls, gut und gerne, zu der Kategorie „Bretterbude“ zählen könnte. Nur mal nebenbei erwähnt.
  • … daß die Deutsche Bahn nicht in der Lage ist Kaffee zu brühen und stattdessen Instant-„Kaffee“ anbietet. Selbstverständlich zu einem unverschämten Preis. Da lässt man sich nicht lumpen. Wo kämen wir da auch hin?
  • … daß manche 1. Klasse Passagiere sich auch erstklassig, als Mensch wie auch vom Gemüt, fühlen und daraus kein Geheimnis machen.
  • … daß man auf die Frage „Suchen Sie Streit?“ nicht zwingendermaßen eine klare und sinnvolle Antwort erwarten darf.
  • … daß Bielefeld durchaus und mit voller Inbrunst, als „Arsch-der-Welt“ bezeichnet werden darf. Was man auch von Mitfahrern ungefragt bestätigt bekommt.
  • … daß für Hamm ebenfalls und völlig zurecht das Prädikat „Tote Hose“ gilt.
  • … daß man sofort merkt, ob die gerade mitfahrende Bahn-Crew aus Köln kommt.
  • … daß es Zugführer, oder sagen wir Schaffner, gibt die auf die Frage „Jemand zugestiegen?“ tatsächlich eine Antwort erwarten.
  • … daß es extrem schusselige Menschen gibt, die nicht wissen wie die Toiletten-Türen zu öffnen sind. Noch extremer sind allerdings jene obskuren Herrschaften, welche am Schließmechanismus verzweifeln. Manchmal hilft da auch kein erstklassiges Gehabe.
  • … daß „Danke“, „Bitte“, „Einen schönen Tag noch“ und „Ebenfalls“ offenbar keine Floskeln mehr sind, die einwandfrei retourniert werden können.

Zu Guter letzt: Niemand, wirklich niemand, auch nicht die hoffnungsloseste Arschgeige, weder auf der Hin-, noch auf der Rückfahrt, hat den Satz „Sänk you for your trävelling“ im deutschesten Englisch der Welt von sich gegeben. Was dieser Autor mehr als schade findet.