Liebe Bundeswehr!

Dieser Autor weiß es ja: Man kann Dich nicht mehr mit der Wehrmacht, dem preussischen Ungetüm von damals, vergleichen. Du bist viel netter. Jedenfalls was den Alltag angeht. Sogar Kampfeinsätze nennst Du nicht Krieg, sondern „kriegsähnlich“. Panzer setzt Du schon einmal gar nicht ein, und schiessen darfst Du nur, wenn Du selbst beschossen wirst. Wer mal bei Dir war, musste erdulden wie sehr Du und Deine Bediensteten auf das Prinzip des „Staatsbürgers in Uniform“ pochen. Du machst also alles Notwendige um, für eine Armee, bestmöglich „nett“ zu sein. Wenn da nicht, ja wenn da nicht, diese unsäglichen Zapfenstreiche wären. Da schämst Du Dich keineswegs und läßt Deine Soldaten in langen Mänteln, wahrscheinlich direkt aus der Kleiderkammer des letzten Nazi-Films entnommen, auflaufen. Von den Fackeln, den Stahlhelmen von früher, den alt-anmutenden Waffen, und der schlimmen Marschmusik will dieser Autor erst gar nicht reden. Auch das Du sowas wie Standarten herum schleppen läßt, die quasi On-Top einen fiesen Adler beheimaten, der früher mal mit einer Swastika untertitelt war, ist kaum der Rede wert. Nur ein Detail. Fällt kaum auf. Also das Fehlen eines solchen Kreuzes.

Naja. Solange niemand im langen schwarzen Ledermantel, mit rotem Armband oder brauner Uniform, den Zapfenstreich abnimmt und es bei den drolligen bundesrepublikanischen Ministern bleibt, ist alles noch in Ordnung.

Marsch, Marsch: Dein Autor