Hut ab, Sky!

Nachdem Bild seinerzeit erwartungsgemäß Banane “Wir sind Papst!” skandierte und seitdem alle Doofdröselmedien bei jeder Gelegenheit unfassbar behämmerte Slogans dieser Couleur raushauen, schliesst Du Dich jetzt an und haust diesen hier raus: “Wir sind Finale!“. Natürlich prankt auf Deiner Homepage seitdem das “Wir” in schwarz-rot-gold. Prima. Wahrscheinlich ist in Euren Radaktionssitzungen der Kaffee ausgegangen und wurde kurzerhand und folgerichtig durch Dujardin ersetzt, vielleicht auch direkt gegen Mariacron ausgetauscht.

Komisch das Ihr dann nicht auf die viel naheliegenden Sprüche gekommen seit. Wie etwa “Wir sind panne!” oder “Wir sind am Ende (aber gut drauf!)”. Wenigstens wären diese Slogans wahr. Und eigentlich heisst es ja, nicht ganz zu unrecht: “Betrunkene sprechen immer die Wahrheit!”.

Braucht Ihr Nachschub?

In eigener Sache….

Ich gebe es ja zu: Dieses Jahr kam ich nicht so richtig in den Schreibrythmus. Das soll sich aber wieder absofort ändern. Ich denke, ein Artikel pro Woche wird ab sofort realisierbar sein. Drückt die Daumen.

Ganze nebenbei, wisst Ihr welche Menschen eigentlich total Überflüssig sind? Nein, hier eine kleine Vorschlagsliste:

  • Menschen die alles von RTL2 und 99% von RTL als “Unterhaltung”" bezeichnen und sich damit bis ins komatöse Nirvana berieseln lassen.

  • Typen die es witzig finden, wenn jemand kotzt. Idealerweise kurz vorm medialen Orgasmus stehen, wenn dies auch noch im frei empfangbaren Fernsehprogramm geschieht.

  • Diese lahmarschigen Typen an der “Do-it-Yourself”-Kasse.

  • Alle die mit Dir diskutieren, dass Du zuviel diskutierst.

  • Diese unfassbaren Popanze, von denen du genau weißt, dass für sie Augenkontakt auch gleichzeitig einer Erlaubnis zum vollquatschen gleichkommt.

  • Der schräge Typ von nebenan.

  • Vollmeisige Hobbygeronten, die Dir glaubhaft vermitteln mit 30 schon gefühlt 60 zu sein.

  • Brünstige Paare die sich gerade erst gefunden haben und deswegen totoal supi-süss herum turteln und das ganze laute Augengedrehe ihrer Umwelt als Beifall interpretieren.

  • Torfnasen die von Ihren Damen verlassen wurden, und jetzt ganz schlimm “Down” sind, und jetzt auf einmal super empfindlich auf das Augengedrehe des Publikums reagieren.

  • Typen die auf der Toilette mit Dir quatschen.

  • Fiese Nasen die auf Facebook das Foto der Mutter aus “How I Met Your Mother” verteilen, obwohl Sie genau wissen, dass die entsprechende Folge in Deutschland noch nicht gelaufen ist.

Uschi, ich hab’ einen…

In dem Milieu tropfnasser Achselhöhlen gefangen und stümperhaft nach Luft schnappend, fragte ich mich, wie es nur soweit kommen konnte. Gut, ich hätte einfach gehen können. Doch hätte eine voreilige Flucht nur das unvermeidliche hinausgezögert. Früher oder später kriegen sie einen doch. Denn: Wenn die Mitfünfziger-Wirtin einer dunklen feucht-modrigen Spelunke morgens um halb sechs “tanzen” möchte, dann wird nicht lange herum diskutiert. Schon gar nicht mit diesen verschüchterten Neuling, der viel zu zufrieden dreinschaut, als er vom Anschein nach sein dürfte.

Es wäre auch zu schön gewesen. Nach stressigen Wochen, Tagen und gerade auch nach diesen Abend noch einmal die Seele baumeln zu lassen, bevor man sich mit den unausweichlichen Auswirkungen der alkoholischen Eskapade stellen muss. “Haben Sie auch Jim Beam Black?”, begann ich schüchtern, leicht säuselnd, zu fragen. “Wat?”, kam spröde und agressiv zurück. “Gerne auf Eis!”, eskalierte ich.

Was dann folgte war eine kurze Abfolge von halb gelallten, weniger gut gemeinten, Getränke- und Verhaltensvorschlägen. Es endete dann im üblichen Gedeck. Wobei ich durch geniales Verhandlungsgeschick gerade eben noch den Korn durch einen trendigen Jägermeister ersetzen konnte. Zu eben jener Verhandlung gehörte auch das Eingeständnis, als einziger noch des Stehens fähiger, Tanzpartner herhalten zu müssen.

Ich hielt her. Und während ich Rehgleich unbeholfen zwischen den Pranken und den erstaunlich geschwungenen Bewegungen der Wirtin mein Versprechen einlöste, hoffend darauf bloß genug Alkohol zu mir genommen zu haben, damit morgen keine Erinnerung daran übrig bleibt, sprang die Tür auf und die sturzbetrunkenen Mitglieder des hiesigen Damenkegelklubs, dessen Vorsitzende die Wirtin ist, kamen herein.

“Uschi, ich hab’ einen!”.

2013

Das aktuelle Jahr erreicht das Mindesthaltbarkeitsdatum und geht einfach so zu Ende. 2013 wartet, wahrscheinlich mit hinterlistigen Überraschungen, auf uns. Heute wird uns Angela Merkel, mit ihren sympathisch heruntergezogenen Mundwinkeln, in ihrer 18-Uhr-Rede Mut machen wollen. Logischerweise nicht ohne zu sagen, dass es bestimmt nicht besser wird. Sondern eher schlechter. Was auch irgendwie verständlich ist, denn ginge es den Leuten so gut, dass Sie anfingen sich rundum wohl zu fühlen, würden sie wegen allerlei unwichtigen Dingen ständig herumnörgeln. Wie verwöhnte Teenager. Also: Erwarten ‘se nix!

Ich, für meinen Teil, starte ruhig in das neue Jahr. Vorsätze? Ja, klar: Ich will nicht rückfällig werden. Vor zweieinhalb Wochen habe ich nämlich mit dem Rauchen aufgehört. Einfach so. Unbeabsichtigt. Ich habe durchschnittlich 10-15 Zigaretten am Tag geraucht und das knappe 20 Jahre lang und ging davon aus, dass der Rauchstopp für mich irgendein Impact haben wird. Hat er aber nicht. Keine Symptome. Kein Entzug. Keine echte Schmacht. Lediglich ab und an mal die krude Idee, dass eine Zigarette eine unglaublich tolle Sache wäre. Diese Vorstellung ist aber locker zu verdrängen.

Ach, und abgenommen habe ich auch. Ein bisschen. 2013 kann also kommen.

Guten Rutsch.